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Magdalena Rogl, Head of Digital Channels Microsoft

Eine Führungsposition einzunehmen, konnte sich Magdalena Rogl als 19-Jährige nicht vorstellen. Von Karriere wollte sie nichts wissen, stattdessen träumte sie von Ehemann und Kindern – die klassische „rosa Bilderbuchvorstellung mit viel Glitzer drüber“, wie sie selbst sagt. Doch es kam anders: Mit 25 stand sie als Alleinerziehende mit zwei Kindern vor der Frage, wie es in ihrem Leben weiter gehen soll. Eine Lebenskrise, die sie als große Chance wahrnahm. Heute ist Magdalena Rogl Head of Digital Channels bei Microsoft und ein großes Vorbild für junge Frauen. Auf Panels und Konferenzen gibt sie ihr Wissen weiter. Mit uns sprach sie  selbstbewusst über ihre berufliche Entwicklung, welche Vorteile sie als Frau in der Digitalbranche hat und wie die Zukunft der Arbeit aussieht.

Business Crush: Welchen Rat hätten Sie als 20-Jährige gern bekommen?

Magdalena Rogl: Ich hätte jemanden gebraucht, der mir hilft, an mich selbst zu glauben und an meine Stärke. Für mich war immer klar, dass ich gut mit Kindern kann und alles andere ist nicht so meins. Deswegen habe ich nicht weiter über die Berufswahl nachgedacht.

Was hat Ihnen dann geholfen zu Ihrer Stärke und dem Selbstvertrauen zu finden, das sie jetzt haben?

Ich musste plötzlich auf eigenen Beinen stehen und konnte mich nicht mehr auf jemand anderen verlassen und mich nicht mehr hinter jemandem verstecken. Da habe ich erst gemerkt, was es für ein großartiges Gefühl ist, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und eigene Erfolge feiern zu können. Dabei hat mir auch Mentoring in allen Formen geholfen. Natürlich von Freundinnen, mit denen man sich austauscht, aber auch im beruflichen Umfeld habe ich mir immer Leute gesucht, die schon ein paar Stufen weiter waren. Nicht unbedingt im hierarchischen Sinne, aber von denen ich lernen konnte.

Jetzt arbeiten Sie als eine von wenigen Frauen in der Digitalbranche. Ein Sprung ins kalte Wasser sozusagen.

Klar. Die Branche ist immer noch sehr männerdominiert. Ich hoffe, dass da ganz viele großartige Frauen nachkommen. Es passiert mir öfters, dass ich auf Veranstaltungen oder in Meetings die einzige Frau bin. Das habe ich aber mittlerweile zu nutzen gelernt und verstecke mich nicht. Im Gegenteil, da kann man ruhig mal auf den Tisch hauen und zeigen, dass man da ist.

Inwiefern nützt es Ihnen, die einzige Frau zu sein?

Ich glaube, es ist immer von Vorteil, unterschätzt zu werden. Dann kann man die Leute überraschen. Früher habe ich mich sehr darüber geärgert, unterschätzt zu werden, aber heute sehe ich es als Chance und ehrlich gesagt habe ich meinen Spaß daran gefunden, wenn meinem Gegenüber nach einer Aussage die Kinnlade herunterfällt, weil er damit nicht gerechnet hat.

Welchen Rat würden Sie jungen Frauen für den Berufseinstieg geben?

Selbst Verantwortung zu übernehmen und sich nicht an Dingen festzuhalten, die vermeintlich Hürden sind. Es gibt kaum noch Grenzen und die gläserne Decke kann man zerschlagen, wenn man das möchte und genug Kraft hat. Auch das Bewusstsein, dass viele klassisch weibliche Skills einen großen Mehrwert bieten, sollten sie sich ins Gedächtnis rufen. Empathie zum Beispiel wird in Zukunft unendlich wichtig und das ist etwas, was man nicht lernen kann, sondern in sich trägt. 

Männer gelten dagegen eher als durchsetzungsstark und hart.

Das stimmt. Aber ich glaube nicht, dass Frauen genauso sein müssen wie Männer. Im Gegenteil, gerade mit Empathie und Emotionen bringen Frauen ein ganz wichtiges Alleinstellungsmerkmal mit – auch in der Digitalen Welt. Es wäre ein Fehler, sich da anzupassen und zu versuchen männlich zu sein. Trotzdem kann man selbstbewusst und mutig sein.

Wie wird sich die Arbeitswelt in Zukunft noch verändern?

Es wachsen jetzt Generationen heran, für die Arbeit nicht mehr das Wichtigste im Leben ist. Sie wollen einer Leidenschaft nachgehen. Dadurch bekommt das Thema Arbeiten einen anderen Stellenwert. Man sieht jetzt schon, dass jüngere Generationen nicht mehr so stark zwischen Job und Privatleben trennen, es eher ineinander verschmilzt. Die nachfolgenden Generationen werden Maßnahmen wie Home Office und flexibles Arbeiten erwarten und da ist es Aufgabe der Arbeitgeber, sich anzupassen, um zukunftsfähig zu bleiben und Talente gewinnen zu können.

Komm zum Business Crush Event

Du willst auch in deine Karriere investieren? Willst selbstbewusst und mutig werden? Dann komm am 21. April nach München zum Business Crush – dem Coaching-Event für alle Berufseinsteigerinnen und Young Professionals. Hier lernst du von kompetenten Coaches wie Kerstin Weng – Chefredakteurin der InStyle, wie man richtig verhandelt, nachhaltig netzwerkt und sicher in die Karriere startet. Deine Karriere und wir freuen uns auf dich.

 


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